Das Sicherheitsrisiko durch den Wildwuchs von Cloud-Services in den Unternehmen steigt dramatisch. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung AXXCON, für die rund 200 Geschäftsführer, CIOs, IT-Leiter und Sicherheitsbeauftragte aus Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern befragt wurden. So geht über die Hälfte der befragten Führungskräfte davon aus, dass in ihrem Unternehmen neben den zentral eingekauften und administrierten Cloud-Services auch dezentral beschaffte Dienste eingesetzt werden – ohne das Wissen von IT-, Security- oder Einkaufsabteilung. Etwa 30 Prozent der IT-Verantwortlichen schätzen, dass es sich dabei um mehr als zehn verschiedene Anwendungen handelt. 45 Prozent der Befragten machen keine Angabe.

 

„Die Schatten-Cloud, die sich auf diese Weise bildet, ist ein riesiges Problem für die IT-Sicherheit“, mahnt Torsten Beyer, Partner und IT-Experte bei AXXCON. Und noch dazu eines, das sich mit hoher Geschwindigkeit vergrößert. „Schnell sind Cloud-Lösungen mit der Kreditkarte im Netz gebucht und stehen dann auch umgehend zur Verfügung“, kennt Beyer die Verlockungen solcher Angebote für Datenübertragung, Datenbank- oder Speicherlösungen. Das Problem jedoch: Da die IT-Abteilung nicht über den Einsatz informiert ist, kann sie auch nicht sicherstellen, dass die Governance-Regeln des Betriebes eingehalten werden, was zum Beispiel die Nutzungsbedingungen des Anbieters oder den Standort seiner Rechenzentren betrifft.

 

 

 

 

Diese Sicherheitsbedrohung durch nicht genehmigte Cloud-Services wird auch von den befragten IT-Verantwortlichen gesehen – und zwar keinesfalls nur theoretisch: Relevante Sicherheitsvorfälle infolge dezentral beschaffter Cloud-Anwendungen werden aus 17 Prozent der befragten Unternehmen gemeldet, von ihnen wiederum gibt jedes fünfte mehr als 50 Sicherheitsvorfälle an. Abhilfe schaffen viele Unternehmen dennoch nicht. So ist zwar in 45 Prozent der Unternehmen die Nutzung von Cloud-Diensten in der Betriebsvereinbarung zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung geregelt. 29 Prozent der Unternehmen haben jedoch gar keine Vereinbarung dazu. Bei 15 Prozent der Unternehmen bestehen Vereinbarungen zwischen anderen Parteien, elf Prozent machen hierzu keine Angabe.

AXXCON Studie 2018 Sourcing in Unternehmen Schatten-IT

Mit der DSGVO drohen Bußgelder in Millionenhöhe

„Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass viele Führungskräfte ihr Unternehmen sehenden Auges einem großen IT-Risiko aussetzen“, warnt Beyer. Und das obwohl sich die negativen Auswirkungen ab dem 25. Mai 2018 deutlich erhöhen. Ab diesem Tag gilt europaweit die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die die Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten, etwa von Kunden und Mitarbeitern, verschärft. Konkret bedeutet das unter anderem: Jeder Kunde oder Mitarbeiter kann nachfragen, welche seiner Daten erfasst sind und wo diese gespeichert werden. Beyer: „Befinden sich Kunden- oder Personaldaten in einer unüberschaubaren Fülle von Cloud-Services, kann das schwierig bis unmöglich werden. Hinzu kommt, dass die Daten an Orten gespeichert sein können, an denen sie nicht sein dürften.“

Bleibt das Unternehmen dem Kunden jedoch eine Antwort schuldig oder gibt nur lückenhaft Auskunft, drohen Geldstrafen, die mit dem Inkrafttreten der neuen Verordnung empfindlich anziehen werden. Bestimmte Verstöße können dann mit einem Bußgeld in Höhe von vier Prozent des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens bzw. 20 Millionen Euro geahndet werden – je nachdem welche Summe höher ist. Neben den Bußgeldern der Aufsichtsbehörden drohen Abmahnungen von Verbraucherschutz- und Wettbewerbsverbänden und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen von Konkurrenten. Davon auszugehen ist auch, dass so genannte Abmahnanwälte ein gutes Geschäft wittern.

„Die Technik entwickelt sich schneller als die Unternehmen nachkommen. Oftmals hat im Unternehmen auch niemand explizit die Verantwortung dafür, neue Sicherheitsrisiken aufzuspüren und gegenzusteuern“, weiß Beyer, der ausdrücklich nur vor den nicht genehmigten Cloud-Services warnt. Schließlich können regulär eingesetzte Cloud-Services einem Unternehmen sehr gute Dienste leisten und die eigenen IT-Experten sinnvoll entlasten. Die in den befragten Betrieben offiziell am häufigsten genutzten Services sind laut der Studie die von Microsoft Office 365 (gesamte Suite: 31 Prozent) und SAP (29 Prozent). Mit einigem Abstand folgen Microsoft Office 365 (nur Mail: 15 Prozent) sowie SalesForce und Amazons Cloud Computing-Plattform AWS (jeweils 13 Prozent).

Über AXXCON

AXXCON ist ein unabhängiges und zu 100 Prozent inhabergeführtes Dienstleistungsunternehmen mit weitreichenden Erfahrungen in strategischen Transformationsprojekten. AXXCON unterstützt große und mittelständische Unternehmen aus der Energiewirtschaft, Industrie und Dienstleistungsbranchen. Bei den Kunden arbeiten unsere Berater an der Nahtstelle von Fachbereichen, Prozessmanagement und Informationstechnik. Die Schwerpunkte sind Transformation, Change Management, Effizienzsteigerung/Sourcing, IT-Strategie und Organisation. Die messbare Verbesserung von Projektergebnissen und Prozessen steht im Mittelpunkt der Beratungs- und Management-Tätigkeit.

Möchten Sie mehr über die Studie erfahren?

Für die Studie "Unternehmens-IT: Immer mehr Auslagerungen oder alles retour" haben wir Großunternehmen zum Thema Sourcing befragt. Was bewegt Unternehmen IT-Services auszulagern? Wann macht es Sinn, Bereiche intern zu bearbeiten? Die Studie können Sie für 199 Euro zzgl. MwSt. erwerben. Oder vereinbaren Sie einen Termin. Gerne stellen wir Ihnen die Studie in einem persönlichen Gespräch vor.  

Die deutschen Energieversorger wissen nicht, wie ihre Kunden ticken. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie „Die Zukunft der Energie – Zukünftige Geschäftsmodelle der Energieversorger“ der Unternehmensberatung AXXCON, die den Einschätzungen von 100 Führungskräften aus Energieversorgungsunternehmen die ebenfalls erhobenen Kundenwünsche gegenüberstellt. Dabei klaffen die Erwartungen und Vorstellungen weit auseinander. „Obwohl auf dem Energiemarkt langjährige Kundenbeziehungen bestehen, haben die Unternehmen offenbar nur sehr wenig Ahnung davon, für welche Angebote sich die Verbraucher tatsächlich interessieren. Nicht zuletzt deshalb versäumen sie es, die richtigen Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln“, erklärt Torsten Beyer, Partner und Energieexperte bei AXXCON.

Richtig eingeschätzt wird von den Vertretern der EVUs zwar noch, dass ihren Kunden ein guter Service besonders wichtig ist. Dennoch gehen bereits an diesem Punkt Selbst- und Fremdbild der Erfüllung deutlich auseinander: Während mehr als zwei Drittel der Unternehmen davon ausgehen, die Anforderungen der Kunden in dieser Hinsicht voll und ganz zu erfüllen, empfindet nur etwa jeder dritte der 1.000 befragten Stromkunden sein EVU als besonders serviceorientiert. „Die Idee von Service bei den Energieversorgern unterscheidet sich deutlich von der Erwartungshaltung der Kunden“, erklärt Dirk Stieler, ebenfalls Partner und Energieexperte bei AXXCON. Künftig reiche die reibungslose Lieferung von Strom und Gas nicht mehr aus. Stieler: „Den Kunden geht es nicht um die Verbesserung des Standards, sie wollen neue Services.“

Konkrete Hinweise darauf, wo die gewünschten Innovationen liegen, liefern die weiteren ausgemachten Unterschiede zwischen Unternehmens- und Kundenwahrnehmung. So legen 80 Prozent der Kunden Wert auf den ökologischen Aspekt, während dieser nur bei der Hälfte der Stromanbieter ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Auch beim Thema alternative Energieversorgung kennen die EVUs den Bedarf ihrer Kunden zu wenig und schätzen das Interesse an einer Energiegemeinschaft, die zum Beispiel eine Photovoltaikanlage oder ein Blockheizkraftwerk betreibt, relativ gering ein. So vermuten etwa zwei Drittel der befragten Führungskräfte, dass der Anteil der daran interessierten Kunden bei nicht mehr als 25 Prozent liegt. Die Kundenbefragung zeigt jedoch, dass 60 Prozent der Kunden dieser Idee durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, vier von zehn Stromkunden wäre die Gründung einer Energiegemeinschaft jedoch tatsächlich zu kompliziert. „In diesem Spannungsfeld bietet sich den Unternehmen die Chance, die Organisation der Energiegemeinschaften zu übernehmen“, nennt Torsten Beyer ein mögliches, zum Kundenbedarf passendes Geschäftsmodell.

Darüber hinaus ist die Bereitschaft der Kunden, detaillierte Verbrauchsdaten zur Verfügung zu stellen, viel höher als die EVUs annehmen. Um Kosten zu sparen, wären drei Viertel der befragten Stromkunden bereit, ihre persönlichen Daten zur Erstellung eines Nutzerprofils zur Verfügung zu stellen. 60 Prozent der befragten Führungskräfte hingegen gehen von einer eher geringen Bereitschaft der Kunden aus und nur etwas mehr als jedes zweite Unternehmen äußert zumeist ein vages Interesse an den Daten. „Ein Grund könnte in dem unter anderem sehr technisch geprägten und wenig vom Kundennutzen ausgehenden Vorgehen rund um die Smart Meter liegen“ meint Murr . Damit verspielen sie die Möglichkeit, neue Verbrauchs- und Abrechnungsmodelle zu entwickeln. Auffällig dabei laut Stieler: „Große Unternehmen sind sich des Werts der Daten eher bewusst und können sie auch besser nutzen.“

Kunden sowie EVUs sehen die Möglichkeit, dass Stromanbieter im Internet künftig als Einkaufs- bzw. Vermittlungsplattform auftreten. Während die Kunden hier in erster Linie Produkte wie Elektrogeräte kaufen möchten, wollen die EVUs jedoch am liebsten eine bezahlte Energieberatung anbieten. Für diese wiederum interessieren sich nur 36 Prozent der Kunden. Vorstellen können sich die EVUs zudem, über die entsprechende Plattform Photovoltaik- und Heizungsanlagen zu vermitteln. In Produkte zur Steuerung von Smart Homes investieren, wollen hingegen nur sehr wenige EVUs mit Bestimmtheit, insbesondere kleine Unternehmen sehen hier offenbar kein Geschäftsmodell. Dabei können sich 61 Prozent der Kunden vorstellen, die Steuerung von Alarmanlage, Licht, Rollläden und Elektrogeräten über ihren Energieversorger zu regeln. 57 Prozent ziehen es in Erwägung, Sicherheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. „Gerade bei diesen Produkten besteht Potenzial für die Versorger, da der Markt noch nicht vollständig aufgeteilt ist“, so AXXCON-Experte Beyer.

Für die zweiteilige Studie „Die Zukunft der Energie“ wurden zunächst 1.000 Verbraucher online nach ihren Wünschen befragt. In einem zweiten Schritt wurden die Ergebnisse den Einschätzungen von 100 telefonisch interviewten Führungskräften aus Energieversorgungsunternehmen gegenübergestellt.

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Die Zukunft der Energie: Was Verbraucher wirklich wollen“ der Unternehmensberatung AXXCON, für die 1.000 Verbraucher befragt wurden. „Weitgehend unabhängig vom Alter zeigen die Kunden ein starkes Interesse an neuen Versorgungs-, Erzeugungs-, Einkaufs- und Preismodellen“, erklärt Dieter Murr, Partner und Energieexperte bei AXXCON. Noch beziehen die Kunden von ihrem Energieversorger vor allem Commodities (Strom, Gas, Wasser und Wärme). Die Studie zeigt jedoch, dass für Versorgungsunternehmen gute Chancen bestehen, ihre Angebotspalette zu erweitern. Wichtig dabei: der ökologische Aspekt. Diesen berücksichtigen nach eigenen Angaben acht von zehn Stromkunden bei der Wahl ihres Stromanbieters. Etwa jeder Dritte bezieht bereits Ökostrom. Für die Eigenversorgung aus Sonnen- und Windenergie interessieren sich 27 Prozent der Befragten. Was die Versorgung über einen Nachbarschaftsverbund betrifft, können sich zwei Drittel der Befragten vorstellen, ihren Strom auf diese Weise unabhängig von einem Unternehmen zu erhalten. Lediglich wenn sie selbst aktiv werden sollen, um eine Energiegemeinschaft zu gründen, die eine Photovoltaikanlage oder ein Blockheizkraftwerk betreibt, fällt ihre Zustimmung zögerlicher aus. Hier sagen 40 Prozent der Befragten: „Nein, das ist mir zu kompliziert“. 24 Prozent erklären: „Nur, wenn ich mich nicht selbst darum kümmern muss.“ 36 Prozent antworten mit „ja“. Hier können Versorger bei der Organisation und Umsetzung helfen und im Contracting sogar längerfristiges Geschäft realisieren. Darüber hinaus kann sich mehr als jeder zweite der befragten Verbraucher seinen Stromanbieter als Einkaufsplattform vorstellen, auf der er – ähnlich wie bei großen Onlinehändlern – vielfältige Produkte und Dienstleistungen zum Thema Energie erwerben kann. Am ehesten würden die Kunden erstaunlicherweise in diesem Fall Elektrogeräte als zusätzliche Produkte erwarten. Aber auch Photovoltaik- und Heizungsanlagen, Elektroautos sowie Smart-Home-Lösungen sehen vor allem die jüngeren Stromkunden im möglichen Portfolio der Versorgungsunternehmen. 80 Prozent der Kunden ist der Begriff Smart Home bekannt. Rund 60 Prozent wären grundsätzlich bereit, die Steuerung von Alarmanlage, Licht, Rollläden und Elektrogeräten über eine App von ihrem Energieversorger nutzen. Rund zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, auch Internet- und Telekommunikationsdienst-leistungen von ihrem Stromanbieter zu beziehen. Aufgeschlossen sind die Kunden zudem für neue Abrechnungsmodelle wie eine Flatrate. 74 Prozent der Kunden finden ein solches Angebot interessant. Die Zustimmung zu diesem Punkt steigt mit der Haushaltsgröße. „Die Energieversorgungsbranche kennt den Kundenbedarf zu wenig und ist unsicher, welches Angebot sie unterbreiten soll. Die Ergebnisse der Studie zeigen: die Türen der Kunden sind offen“, so Hakan Yesilmen, Senior Consultant und Energieexperte bei AXXCON. Hinweise gebe es viel mehr darauf, dass die Energieversorger lange im Energieverkauf verharren und damit bislang unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. So würden laut der Studie zwar die meisten Verbraucher ihren Stromversorger ansprechen, wenn sie sich eine Photovoltaikanlage anschaffen wollen. Doch die Zahl liegt lediglich bei 25 Prozent der Befragten und damit nur knapp vor der eigenen Internet-Recherche (23 Prozent). „Offensichtlich haben es die Stromversorger bisher verpasst, sich hier prominent zu positionieren“, erklärt Yesilmen. Ähnliches gilt für die Elektromobilität. So liegt die Verantwortung für den Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzes aus Sicht der befragten Stromkunden mit 32 Prozent in erster Linie bei der öffentlichen Hand. Die Energieversorger folgen mit 28 Prozent an zweiter Stelle. Auch in diesem Geschäftsfeld ist also Luft nach oben. „Die Kunden sind bereit, veränderte Geschäftsmodelle anzunehmen. Nun ist es an den Unternehmen, die passenden Angebote zu entwickeln und neue Einnahmequellen zu erschließen“, so Dieter Murr. Da die Energieversorger mit ihrem bestehenden Geschäftsmodell zunehmend unter Druck geraten, ist schnelles Handeln gefragt. Für die Studie „Die Zukunft der Energie: Was die Verbraucher wirklich wollen“ der Unternehmensberatung AXXCON wurden 1.000 Verbraucher ab 18 Jahre online befragt. Durchgeführt wurde die Umfrage im Februar 2017.        

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