Innovation Benchmark 2018

INNOVATION BENCHMARK ENERGIEWIRTSCHAFT 2018

Um innovativ zu sein, bedarf es in der Energiewirtschaft nicht zwangsläufig großer finanzieller Ressourcen oder eines Konzern-Hintergrundes. Das ist das Ergebnis der Innovation Benchmark Energiewirtschaft Analyse, die wir im Herbst 2018 durchführten.

30. November 2018 •

Auch in diesem Jahr hat AXXCON den Innovation Benchmark Energiewirtschaft durchgeführt. Als Management Beratung haben wir uns auf Digitale Transformationen spezialisiert. Jährlich führen wir eine Studie zur Innovationsfähigkeit deutscher Energieversorgungsunternehmen durch. Dieses Mal wurde das Leistungsangebot von 22 ausgewählten Energieversorgungsunternehmen im Herbst 2018 analysiert und mit dem Ergebnis des ersten Benchmark aus 2016 verglichen.

Pressemitteilung vom 21.11.2018

Keine Frage des Geldes: auch kleine EVUs können große Innovatoren sein

Um innovativ zu sein, bedarf es in der Energiewirtschaft nicht zwangsläufig großer finanzieller Ressourcen oder eines Konzern-Hintergrundes. Das ist das Ergebnis der Analyse „Innovation Benchmark Energiewirtschaft“, die das Beratungsunternehmen AXXCON im Herbst 2018 durchgeführt hat. Dafür wurde das Angebot innovativer Dienstleistungen und Produkte vom Smart Home über Beratungs-Apps bis zur Elektromobilität verglichen. Untersucht wurden stellvertretend 22 deutsche Energieversorger von den großen landesweit agierenden Playern bis hin zu kleineren und mittleren regionalen Stadtwerken. Letztere wurden exemplarisch ausgewählt, um die verschiedenen Größenordnungen abzubilden. Grundlage der Analyse waren die aktuellen Einträge auf den jeweiligen Internetseiten.

Platz drei für einen regionalen Anbieter

Über das größte und breiteste sichtbare Angebot an innovativen Produkten und Dienstleistungen verfügt die RWE-Tochter Innogy, gefolgt vom Energieriesen Eon. Auf Platz drei jedoch stehen bereits die Stadtwerke Augsburg, die mit einem Jahresumsatz von 0,56 Milliarden Euro zu den vier kleinsten der untersuchten EVUs zählen. Auch in den weiteren Top 10 finden sich kleinere regionale Stadtwerke wie der Konzern der Gesellschaft für Kommunalwirtschaft Iserlohn und die Mainova AG. „Dies widerlegt die weit verbreitete Annahme, dass allein große Unternehmen die nötigen finanziellen Mittel und das nötige Knowhow haben, um neue Produkte und Services auf den Markt zu bringen“, folgern Stefan Jaschke, Partner und Experte für Energieversorgungsunternehmen, und Dr. Bernard Richter, Leiter der Analyse, und Experte für Innovative Dienstleistungen bei AXXCON. Ihre Schlussfolgerung: „Innovative Dienstleistungen anzubieten, ist weniger eine Frage des Könnens als des Wollens.“

Ausgemacht wurden insgesamt 49 innovative Leistungsangebote. Diese umfassen ein breites Spektrum von der Möglichkeit zur Online-Terminvereinbarung über den Einsatz neuer Speichertechnologien bis zu intelligenten Stromtarifen und wurden in vier Rubriken geclustert: Digitalisierung, effiziente Energienutzung und -erzeugung, Mobilität sowie innovative Services und Vertriebsstrategien. Daran, wie häufig die entsprechenden Leistungen angeboten werden, lässt sich erkennen, wo bei den Energieversorgern Defizite bestehen. So gibt es etwa im Bereich Mobilität noch viel Luft nach oben: Lediglich öffentliche Ladestationen werden von fast allen EVUs angeboten. Beim Car-Sharing engagieren sich nur 27 Prozent, bei E-Bikes und E-Autos sind es 18 Prozent. Beim Thema Digitalisierung ergibt die Recherche, dass mehr als die Hälfte, 53 Prozent, der EVUs digitale Produkte und Services anbieten. „Große Potenziale bestehen jedoch noch in den Bereichen Online-Terminvereinbarung, Stadt WLAN und Apps für die Beratung u.a. zu Energiethemen und zur intelligenteren Nutzung der E-Mobilität“, so Dr. Richter. Bislang bieten lediglich 14 Prozent der betrachteten Unternehmen eine Online-Terminvereinbarung an.

Kundenzentrierte Innovation trägt erste Früchte

Die Anzahl der identifizierten innovativen Leistungsangebote ist innerhalb von zwei Jahren von 37 auf 49 angewachsen, wie der Abgleich mit dem ersten Innovation Benchmark aus dem Jahr 2016 zeigt. Das bedeutet einem Zuwachs von 32 Prozent. Insgesamt hat sich die Zahl der erfassten Produkte von 400 auf 529 vergrößert, was ebenfalls zeigt, dass EVUs ihr Leistungsangebot in den vergangenen zwei Jahren erweitert haben. „Wir sehen, dass die Bemühungen um kundenzentrierte Innovationen erste Früchte tragen“, erklärt Dr. Richter. Allerdings zeige sich auch bei der Betrachtung der einzelnen Unternehmen noch viel Entwicklungspotential. „Nur wenige haben ihr Portfolio konsequent ausgebaut“, so der Experte. Dabei wisse AXXCON aus eigenen Studien ebenso wie aus der Praxis, dass die Kunden von ihrem Energieversorger innovative Dienstleistungen erwarten. Beim Erweitern der eigenen Angebotspalette sei der Innovation Benchmark vor allem für regionale Energieanbieter sehr nützlich. Sie könnten von EVUs in anderen Regionen lernen, ohne mit ihnen in eine direkte Konkurrenzsituation zu treten.

(veröffentlicht in der ZfK am 21.11.2018)

Wir freuen uns, Ihnen unsere Ergebnisse in einem persönlichen Gespräch zu präsentieren. Kontaktieren Sie uns dazu gerne. Dr. Bernard Richter und Stefan Jaschke stehen Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung.

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