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IT-OUTSOURCING OHNE ENTLASSUNGEN

Von Uwe Lachermund

 

Dass ein IT-Outsourcing im Mittelstand keinen personellen Kahlschlag mit sich bringen muss, zeigt das Beispiel eines Laserschweißtechnik-Spezialisten. Das Outsourcing wurde hier sogar in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern durchgeführt. Das Ergebnis: eine völlig neu aufgestellte IT, die auch den künftigen Anforderungen der Industrie 4.0 gewachsen ist.

 

Der Anlass für das IT-Outsourcing bei Ferro Umformtechnik aus Stadtlohn war alles andere als erfreulich: Ende 2013 war die IT des auf Laserschweißtechnik spezialisierten Unternehmens ausgefallen. Die Website ließ sich mehrere Tage lang nicht aufrufen, der E-Mail-Verkehr lag lahm. Der Grund: Wegen gravierender Sicherheitsmängel waren die Systeme einem Virenangriff erlegen. Der Firmenchef beschloss, die IT mit der Hilfe eines externen Beraters komplett neu aufzustellen. Durch gezieltes Outsourcing sollte die Sicherheit gewährleistet, eine Kostenersparnis erzielt und die IT besser auf das Unternehmen zugeschnitten werden.

 

DER ANGST ENTGEGENWIRKEN

Für die IT-Mitarbeiter war diese Entscheidung Anlass zur Unruhe. Sie fürchteten um ihren Arbeitsplatz und verfielen in eine ängstliche Haltung. Genau diesen Effekt jedoch galt es zu vermeiden. Denn die firmeneigenen Experten wurden und werden auch weiterhin gebraucht. Als externer Berater für IT-Themen musste AXXCON vermitteln, dass statt der Entlassung neue Herausforderungen warten. Außerdem wollten sich die externen Berater als Interimsmanager in einigen Monaten wieder überflüssig machen.

 

EIGENE MITARBEITER EINBINDEN

Bis dahin jedoch war es die Aufgabe, Ordnung in die bestehenden Strukturen zu bringen. So hatte sich das Unternehmen mit heute 250 Mitarbeitern in den vergangenen Jahren über schnelles Wachstum und volle Auftragsbücher gefreut. In der zentralen IT-Abteilung jedoch herrschte weiterhin die Devise: Alles, was wir an Technik brauchen, machen wir am besten selbst. Das führte nicht nur zu einer Überforderung der Mitarbeiter, sondern auch in vielen Punkten nicht zu optimalen Ergebnissen.

 

Folglich war es sinnvoll, Aufgaben abzugeben. Dennoch sollte für die Mitarbeiter genügend Arbeit übrig bleiben, die sogar anspruchsvoller sein sollte als bisher. Denn: Ausgelagert wurden vor allem diejenigen Leistungen, die standardisiert geliefert werden können, wie die Installation und Wartung der Hardware, der Betrieb des Rechenzentrums sowie der Netzwerkbereich. Aufgaben, die im direkten Zusammenhang mit der Produktion stehen, wurden gezielt der firmeneigenen IT-Abteilung übertragen. Das betraf vor allem das neue ERP-System AP-plus, das nicht – wie früher geschehen – von einem externen Dienstleister eingeführt und angepasst werden sollte, sondern unter Einbindung der firmeneigenen IT-Mitarbeiter.

 

Inhouse verbleiben sollten zudem die Steuerung der Dienstleister und grundsätzliche Entscheidungen über die IT-Strategie – etwa über die zukünftige Entwicklung der IT. Die Verlagerung des Einsatzgebietes der firmeneigenen IT-Abteilung – weg von Standardaufgaben und hin zu firmenspezifischen Prozessen – erfolgte nicht nur im Sinne der betroffenen Mitarbeiter, sondern war eine strategisch kluge Unternehmensentscheidung. Denn so wird im Unternehmen wichtiges Know-how genutzt und weiter aufgebaut, die Firma behält die Kontrolle über ihre IT. Gleichzeitig rüstet sie sich für das Thema Industrie 4.0. Schließlich werden in der vollständig vernetzten Fabrik gerade die produktionsspezifischen IT-Prozesse stark an Bedeutung gewinnen.

 

Damit die ERP-Software ebenso wie die gesamte IT besonders gut an die firmenspezifischen Bedürfnisse angepasst werden kann, arbeiten die Mitarbeiter der zentralen IT-Abteilung bei Ferro eng mit den Fachabteilungen zusammen, die dafür jeweils einen Ansprechpartner bestimmt haben. Ebenso wichtig ist die Abstimmung mit den IT-Experten aus der Produktion, die zum Beispiel für die CNC-Laserschweißmaschinen verantwortlich sind.

 

KOSTENEFFIZIENT UND ROBUST AUFGESTELLT

Das bei Ferro Umformtechnik umgesetzte Outsourcing zeigt, wie die IT in einem mittelständischen Unternehmen trotz kleiner zentraler IT-Abteilung robust und zukunftsweisend aufgestellt werden kann. Zudem belegt es, dass eine Neuausrichtung in einem überschaubaren Zeitrahmen möglich ist und Kosten eingespart werden können. Nicht zuletzt jedoch war auch der bedrohliche Anlass für das Outsourcing längst kein Einzelfall und weist auf dringenden Handlungsbedarf im Mittelstand hin.

 

 

 


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