Das AXXCON Know-how

IT-Optimierung bei Stadtwerken –
Sicherheitsanforderungen erfüllen und Kosten einsparen

Von Robert Trögele

 

Mit dem konsequenten Outsourcing der Unternehmens-IT und der Abrechnungsservices können Stadtwerke zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Erfüllung der Sicherheitsanforderungen durch das neue IT-Sicherheitsgesetz ebenso wie die dringend notwendige Kosteneinsparung.

 

 

Herausforderung: Neues IT-Sicherheitsgesetz

Viele Stadtwerke stehen gewaltig unter Druck: Ein hoher Verschuldungsgrad, schrumpfende Margen und die Herausforderungen der Energiewende bedrohen im schlimmsten Fall ihre Existenz. Obendrauf kommen neue gesetzliche Anforderungen wie das IT-Sicherheitsgesetz für die Betreiber kritischer Infrastrukturen, das im Juni verabschiedet wurde und auch die insgesamt rund 800 Stadtwerke in Deutschland betrifft. Das Gesetz soll Angriffe von außen verhindern und einen sicheren Netzbetrieb gewährleisten.

 

Für die Stadtwerke bringt das dringenden Handlungsbedarf mit sich. Nach dem neuen Gesetz müssen sie bis Ende Januar 2018 ein Informationssicherheits-Managementsystem etablieren und eine Zertifizierung nach ISO 27001 vorweisen. Allein dieser Zeitraum ist knapp bemessen. Zudem müssen die Unternehmen bereits bis Ende November 2015 dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Kontaktstelle benennen, über die die Kommunikation mit der Sicherheitsbehörde erfolgen soll. Auch dafür ist Vorarbeit notwendig, die Prozesse müssen gefestigt sein.

 

 

Die Chance ergreifen

Abgesehen von dem aktuellen Zeitdruck stellt das IT-Sicherheitsgesetz für die Stadtwerke jedoch auch einen geeigneten Anlass da, um ihre gesamte hauseigene IT zu überdenken. Denn es gibt eine Lösung, mit der sich die geforderten Sicherheitskriterien für die Unternehmens-IT und gleichzeitig Kosteneinsparungen realisieren lassen: die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Diese bieten heute – anders als noch vor zwei bis drei Jahren – auch für Stadtwerke, Netzbetreiber und Energieversorger standardisierte Lösungen an, die die Kosten für eigengenutze IT wie Büro-IT, Buchhaltung und Abrechnung und bereitgestellte IT RZ, IT-Infrastruktur oder IT Services und BPO Leistungen deutlich reduzieren. Entsprechendes Einsparpotenzial findet sich in allen Bereichen, in denen es nicht direkt um die Prozess-IT für den Netzbetrieb und die Kraftwerksteuerung geht. Diese Kernkompetenzen müssen im Unternehmen verbleiben.

 

In den anderen Bereichen jedoch verspricht die Standardisierung Skaleneffekte. Und um die IT-Sicherheit kümmert sich der Dienstleister – auch, wenn das Unternehmen wie beim IT-Sicherheitsgesetz weiterhin die Verantwortung nach außen trägt. Eliminiert wird mit einer solchen Lösung zudem die so genannte Schatten-IT, die meist in den einzelnen Fachbereichen der Stadtwerke entstanden ist und deren Eigendynamik besonders anfällig für Sicherheitslücken und Angriffe von außen ist. Und ebenfalls stark entlastend: Das Unternehmen muss nicht selbst dauerhaft eine hohe eigene Entwicklungsleistung erbringen, um die ständig neuen Anforderungen durch Gesetze und Vorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen.

 

Bei der Realisierung dieser Vorteile hat die Unternehmensberatung AXXCON unter anderem einen Zusammenschluss von vier Stadtwerken begleitet, die insgesamt 200.000 Zählpunkte verwalten – also 200.000 Unternehmen und Haushalte mit Energie versorgen. Hier wurden die Unternehmens-IT und das Abrechnungssystem in einem Shared Service Center zusammengefasst. Dieses wiederum vergab die IT-Leistungen an externe Dienstleister. Das Ergebnis waren sowohl im IT- als auch im Abrechnungsbereich ein Effektivitäts- und Qualitätsgewinn sowie Kosteneinsparungen von rund 20 Prozent.

 

In diesem Fall ging es um einen Stadtwerkeverbund. Für einzelne Stadtwerke kann das Outsourcing jedoch gleichermaßen interessant sein. Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile, die in einer ausführlichen Bestandsaufnahme zu betrachten sind. Diese sollte ohnehin jedem Outsourcing-Prozess vorausgehen, damit das Unternehmen die beste Strategie für sich finden kann.

 

Outsourcing heißt nicht Entlassungen

Ein weiterer Pluspunkt für ein IT-Outsourcing insgesamt: Die hauseigene IT-Abteilung wird nicht arbeitslos. Lediglich ihr Aufgabengebiet wandelt sich. Sie muss nicht länger die geforderten Lösungen selbst entwickeln, sondern übernimmt die Steuerung der Lieferanten und das Change Request Management. Oftmals reicht dafür die aktuelle, oftmals knapp bemessene Besetzung der IT-Abteilung sogar gar nicht aus.

 

Den Mitarbeitern ist dies jedoch häufig nicht klar. Sie fürchten beim Schlagwort Outsourcing oftmals um ihren Arbeitsplatz, stemmen sich gegen die Entwicklung oder verfallen in eine ängstliche und starre Haltung. Genau diesen Effekt gilt es zu vermeiden. Denn die firmeneigenen Experten werden weiterhin gebraucht. Als externer Berater für IT-Themen muss AXXCON ihnen vermitteln: Statt der Entlassung warten neue Herausforderungen. Wir hingegen als Interimsmanager wollen uns so schnell wie möglich wieder überflüssig machen.

 

So wird gemeinsam mit den Mitarbeitern die neue IT-Lösung erarbeitet und auch der Ausschreibungsprozess angeschoben. Dieser ist bei öffentlichen Unternehmen besonders anspruchsvoll, da er den EU-Richtlinien für öffentliche Ausschreibungen entsprechen muss. Zudem ist es sehr aufwendig, die bislang meist nicht dokumentierten Anforderungen detailliert zu erfassen. Dies ist jedoch wichtig, damit die eigenen Vorstellungen möglichst genau umgesetzt werden können und im Nachhinein möglichst wenig Anpassungen nötig sind.

 

Möglich ist die grundlegende Umstellung der Unternehmens-IT innerhalb von 12 bis 24 Monaten. Das gesamte Projekt für den Stadtwerke-Zusammenschluss dauerte zwei Jahre. Seitdem managt das Shared Service Center die Unternehmens-IT eigenständig.

 

Der Artikel ist in der Zeitung für kommunale Wirtschaft erschienen (Ausgabe 10/15). 

 

Robert Trögele ist Managing Partner bei der Unternehmensberatung AXXCON.

 

AXXCON unterstützt Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Ausschreibungen analog den EU-Richtlinien und aktuellen Anforderungen.

 

Möchten Sie mehr darüber wissen, nehmen Sie  Kontakt mit uns auf. 

 

 





Zurück